Diskriminierung
Definition
Diskriminierung bezeichnet Prozesse, bei denen Einzelpersonen oder Gruppen bewusst oder unbewusst aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Religion, Geschlecht oder sozialem Status benachteiligt und von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden. Sie kann sich auf viele Bereiche auswirken, etwa Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnraum oder politische Mitbestimmung. Diskriminierung beruht sowohl auf individuellem Verhalten als auch auf institutionellen Strukturen und gesellschaftlichen Normen. Sie wirkt sich nicht nur direkt auf die Betroffenen aus, sondern schwächt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in demokratische Werte. Diskriminierung kann offen erfolgen, etwa durch rechtliche Benachteiligungen, oder subtil, etwa durch stereotype Vorurteile und strukturelle Barrieren. Sie ist eng verbunden mit Phänomenen wie Ausgrenzung, Stigmatisierung oder Rassismus. Ziel einer demokratischen Gesellschaft sollte es sein, Diskriminierung durch Inklusion, Chancengleichheit, Antidiskriminierungsgesetze und Bewusstseinsbildung zu bekämpfen.
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
Frauen
Arbeitsplatz
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist in Europa weit verbreitet. Laut einer EU-weiten Erhebung (2020–2024) von Eurostat, FRA und EIGE hat etwa jede dritte Frau am Arbeitsplatz schon einmal sexuelle Belästigung erlebt, wobei jüngere Frauen besonders betroffen sind. Eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2019 zeigt, dass neun Prozent aller Beschäftigten in den letzten drei Jahren betroffen waren – Frauen mit 13 Prozent deutlich häufiger als Männer mit fünf Prozent. Rund drei Viertel der Betroffenen sind weiblich, während die belästigenden Personen meist männlich sind.
Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland im Jahr 2024 bei 16 %. 2023 lag er noch bei 18 %. Frauen verdienen im Durchschnitt 22,24 € brutto pro Stunde, während Männer 26,34€. Frauen verdienten damit 4,10€ pro Stunde weniger. Gründe hierfür sind strukturell. Frauen arbeiten mehr Teilzeit als Männer. Ein Grund ist hierfür die Care-Arbeit, die Frauen immer noch mehr leisten als Männer. Frauen sind ebenfalls in geringer bezahlten Berufen tätig als Männer. Auch bei gleicher Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie lag der bereinigte Gender Pay Gap bei 6 %. Gründe dafür seien Erwerbsunterbrechungen etwa durch Kindererziehung oder Pflege. Seit Beginn der Erfassung im Jahr 2006 (Gender Pay Gap: 23 %) ist die Lohnlücke zwar kontinuierlich geschrumpft, aber laut Destatis bleibt sie ein Anzeichen struktureller Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Diskriminierung aufgrund einer Schwangerschaft oder beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Etwa 56% der Eltern erleben während der Schwangerschaft negative Erfahrungen am Arbeitsplatz, mit höheren Werten bei Müttern (72%) als bei Vätern (44%). Besonders problematisch sind geringere Erwartungen seitens der Vorgesetzten und verschobene oder abgesagte Beförderungen. Nach der Elternzeit berichten 62% der Eltern von mindestens einer negativen Erfahrung, häufig Herabwürdigung und materielle Benachteiligung. Zudem werden flexible Arbeitszeiten und Homeoffice oft nicht ausreichend gewährt (Mütter ca. 30%, Väter ca. 20%).
Gewalt
Jede dritte Frau in Deutschland hat aufgrund ihres Partners mindestens einmal im Leben physische oder sexualisierte Gewalt erlebt. Betroffen sind dabei Frauen aus allen Schichten und Altersgruppen. Besonders betroffen sind Frauen mit Behinderung (doppelte Diskriminierung). Diese sind dreimal mehr von physischer Gewalt betroffen. Jede vierte Frau ist oder war durch den aktuelen oder früheren Partner körperlich oder sexuell misahndelt worden. 2023 wurden 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt zur Anzeige gebracht. Das ist ein Anstieg von 6, 4% als im Vorjahr. 79% der Opfer sind weinlich, während Taverdächtige zu 78% männlich sind.
Femizide, also Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts, fanden in Deutschland 2023 fast täglich statt (360 Fälle), weltweit 51.100. Das Gewalthilfegesetz soll den Zugang zu Schutz- und Beratungsangeboten verbessern. Trotz steigender Zahlen bleibt die Dunkelziffer hoch.
Quellen
Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?
Gender Pay Gap – Statistisches Bundesamt: DiskriminierungRespektland – Forschungsprojekte – Diskriminierungserfahrungen von fürsorgenden Erwerbstätigen
Weltfrauentag und Geschlechterungleichheit | Hintergrund aktuell | bpb.de